Probiotika

Hundeprodukte: woran man Qualität erkennt

4 Minuten LesezeitZuletzt aktualisiert im Oktober 2026

Was auf dem Etikett von Hundefutter rechtlich stehen muss, was Sammelbezeichnungen offenlassen und welche Werbebegriffe ohne Aussagekraft sind.

Australian Shepherd auf einem Pflegetisch, umgeben von Flaschen mit Hundepflegeprodukten
Inhalt

    Zusammenfassung

    • Was auf einem Futtermitteletikett stehen muss, ist EU-weit geregelt. Wer die Pflichtangaben kennt, kann vieles ohne Herstellerauskunft beurteilen.
    • Zutaten stehen in absteigender Reihenfolge ihres Gewichts – allerdings bezogen auf die Einwaage vor der Verarbeitung. Deshalb steht Fleisch oft an erster Stelle, obwohl im fertigen Produkt weniger davon enthalten ist.
    • Sammelbezeichnungen wie „Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse“ sind zulässig, sagen aber nichts über Art und Anteil aus.
    • „Premium“, „natürlich“ und „hochwertig“ sind rechtlich nicht geschützt und haben keine Aussagekraft.

    Warum das Etikett aussagekräftiger ist als die Vorderseite

    Die Schauseite einer Verpackung dient vor allem der Werbung, die Rückseite unterliegt gesetzlichen Vorgaben. Für die Kennzeichnung und Vermarktung von Futtermitteln gilt in der EU die Verordnung (EG) Nr. 767/2009, und sie schreibt eine Reihe von Angaben verbindlich vor.

    Das bedeutet nicht, dass jedes Etikett vollständig informiert. Die Auslassungen folgen jedoch einem Muster, das sich erkennen lässt.

    Erster Blick: Um welche Art von Futtermittel handelt es sich?

    Die Kategorie steht auf der Verpackung und entscheidet darüber, was das Produkt leisten soll.

    • Alleinfuttermittel. Deckt allein den gesamten Nährstoffbedarf. Das ist die einzige Kategorie, von der eine vollständige Versorgung erwartet werden darf.
    • Ergänzungsfuttermittel. Enthält hohe Anteile bestimmter Stoffe und deckt den Bedarf nur zusammen mit anderem Futter. Probiotika-Produkte gehören in der Regel in diese Kategorie.
    • Einzelfuttermittel. Ein einzelnes Erzeugnis, etwa Leinsamen.

    Wer ein Ergänzungsfuttermittel wie ein Alleinfuttermittel einsetzt, unterversorgt seinen Hund. Ein Blick auf die Kategorie genügt, um diesen Fehler zu vermeiden.

    Die Zutatenliste und ihr wichtigster Fallstrick

    Zutaten werden in absteigender Reihenfolge ihres Gewichtsanteils angegeben. Nach dieser Regel hat die erstgenannte Zutat den größten Anteil.

    Die Schwierigkeit liegt im Bezugspunkt: Es gilt das Gewicht bei der Einwaage, also vor der Verarbeitung. Frisches Fleisch besteht zu einem erheblichen Teil aus Wasser, das beim Trocknen und Extrudieren verloren geht. Ein Trockenfutter, dessen Liste mit „Frischfleisch“ beginnt, kann im fertigen Produkt weniger davon enthalten als ein Futter, das an zweiter Stelle „Fleischmehl“ führt – denn Mehl ist bereits getrocknet.

    Abhilfe schaffen zwei Prüfschritte: auf Prozentangaben achten, die bei werblich hervorgehobenen Zutaten verpflichtend sind, und trockene mit trockenen Angaben vergleichen, nicht frische mit getrockneten.

    Offene und geschlossene Deklaration

    Eine offene Deklaration nennt jede Zutat einzeln mit Prozentangabe. Eine geschlossene Deklaration fasst zusammen. Beides ist zulässig.

    Zulässige Sammelbezeichnungen sind etwa „Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse“, „Getreide“ oder „pflanzliche Nebenerzeugnisse“. Sie sind rechtlich einwandfrei, sagen aber nichts über Art und Anteil aus: Unter „tierische Nebenerzeugnisse“ fallen Innereien ebenso wie Bindegewebe, und die Zusammensetzung kann von Charge zu Charge wechseln. Wer wissen will, was der Hund frisst, braucht die offene Variante.

    Analytische Bestandteile – und was sie nicht sagen

    Angegeben werden müssen unter anderem Rohprotein, Rohfett, Rohfaser und Rohasche. Diese Werte beschreiben die Menge eines Nährstoffs, nicht seine Qualität.

    Der Rohproteingehalt wird aus dem Stickstoffgehalt berechnet. Ob dieser Stickstoff aus gut verwertbarem Muskelfleisch stammt oder aus schlecht verdaulichem Bindegewebe, geht daraus nicht hervor. Ein hoher Proteinwert ist deshalb für sich genommen kein Qualitätsmerkmal.

    Rohasche wird gelegentlich als Hinweis auf minderwertige Ware gedeutet. Der Wert beziffert den mineralischen Anteil – Calcium, Phosphor und weitere Mineralstoffe. Ein niedriger Wert ist nicht zwangsläufig besser, ein hoher nicht zwangsläufig schlechter.

    Begriffe ohne Aussagekraft

    Rechtlich nicht geschützt und daher ohne Informationsgehalt sind unter anderem:

    • Premium und Super Premium – reine Marketingbegriffe ohne Definition
    • natürlich und naturnah – nicht überprüfbar
    • getreidefrei – beschreibt eine Auslassung, kein Qualitätsmerkmal; ersetzt wird Getreide meist durch andere Kohlenhydratträger
    • Humanfood-Qualität – keine futtermittelrechtliche Kategorie
    • ohne Zusatzstoffe – bei einem Alleinfuttermittel in der Regel nicht zutreffend, weil Vitamine und Spurenelemente rechtlich dazu zählen

    Geschützt und damit belastbar sind dagegen die Kategorienbezeichnungen und die Bio-Kennzeichnung nach der EU-Öko-Verordnung.

    Ein praktischer Prüfweg

    Die folgenden drei Schritte lassen sich im Laden oder am Bildschirm durchgehen:

    1. Kategorie prüfen: Allein-, Ergänzungs- oder Einzelfuttermittel?
    2. Zutatenliste suchen: offene oder geschlossene Deklaration?
    3. Bei hervorgehobenen Zutaten die Prozentangaben vergleichen.

    Lassen sich zwei oder mehr dieser Punkte nicht klären, ist das Produkt nicht unbedingt schlecht, es lässt sich aber nicht beurteilen. Bei einem Produkt, das täglich gefüttert wird, ist das ein relevanter Unterschied.

    Häufige Fragen

    Was bedeutet „Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse“?

    Es ist eine zulässige Sammelbezeichnung. Darunter fallen Muskelfleisch ebenso wie Innereien und Bindegewebe. Art, Tierart und Anteil müssen dabei nicht genannt werden.

    Ist ein hoher Rohproteingehalt ein Qualitätsmerkmal?

    Nein. Der Wert wird aus dem Stickstoffgehalt berechnet und sagt nichts über die Verwertbarkeit des Proteins aus. Bindegewebe erhöht ihn ebenso wie Muskelfleisch.

    Ist getreidefreies Futter besser?

    Nicht grundsätzlich. „Getreidefrei“ beschreibt nur, was fehlt; an die Stelle des Getreides treten andere Kohlenhydratträger.

    Sagt der Preis etwas über die Qualität aus?

    Nur begrenzt. Ein hoher Preis kann die Rohstoffqualität abbilden, aber auch den Marketingaufwand. Aussagekräftiger als der Packungspreis ist der Preis je Tagesration im Vergleich mit den angegebenen Gehalten.

    Dieser Beitrag ist allgemein gehalten und bezieht sich nicht auf einen einzelnen Hund.

    Vergleich

    Woran sich Probiotika
    für Hunde vergleichen lassen

    Zum Vergleich
    • DSM 15544Bakterienstamm Bacillus velezensis
    • 4 bis 25 °CLagerung ohne Kühlschrank, weil der Stamm als Spore vorliegt
    • 0,5 bis 2,0 mltäglich, je nach Gewicht